Tambach, Juli 2025 – In der Jagdschule des Bayerischen Jagdverbands (BJV) in Tambach fand am vergangenen Wochenende eine intensive Qualifizierungs-Schulung zum Thema Wolf statt. Unter der fachkundigen Leitung des renommierten Wolfsexperten Michael Ohlhoff nahmen über 30 Jäger an der Veranstaltung teil, die bundesweit an Bedeutung gewinnt.

Ziel der Schulung war es, fundierte Kenntnisse zu vermitteln, die Voraussetzung sind, um im Falle einer behördlich angeordneten Wolfsentnahme aktiv eingebunden werden zu können. Angesichts der wachsenden Wolfspopulation und zunehmender Konflikte mit Nutztierhaltern steigt der Bedarf an entsprechend geschultem Fachpersonal.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen umfangreiche Fachthemen: die Ökologie und das Verhalten des Wolfes, die Grundlagen des Monitorings sowie der tierschutzgerechte Umgang mit wildlebenden großen Säugetieren. Auch das Erkennen von Wolfsrissen und die sachgerechte Entnahme von DNA-Proben an gerissenen Tieren wurden praxisnah behandelt – ein zentrales Element zur rechtssicheren Dokumentation von Wolfsübergriffen und zur Bestimmung individueller Tiere im Rahmen des genetischen Monitorings.

Darüber hinaus wurden praktische Inhalte vermittelt – vom Einsatz unterschiedlicher Fallensysteme über unterstützende Techniken wie Nachtsicht- und Wärmebildgeräte bis hin zu immobilisierenden Maßnahmen. Auch die Grundlagen der Besenderungstechnik sowie der Umgang mit Schusswaffen in befriedeten Bezirken waren Teil der intensiven Ausbildung.

Michael Ohlhoff, der als einer der erfahrensten Wolfspraktiker in Deutschland gilt, konnte den Teilnehmern nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch wertvolle Einblicke aus der Praxis vermitteln. Sein Fazit: „Nur durch fundierte Ausbildung und klare rechtliche Rahmenbedingungen kann ein verantwortungsvoller Umgang mit dieser streng geschützten Tierart gelingen.“

Die Schulung wurde vom BJV organisiert und unterstreicht dessen Engagement für eine sachliche, rechtssichere und praxisorientierte Auseinandersetzung mit dem Thema Wolf. Die große Teilnehmerzahl zeigt: Das Interesse und die Bereitschaft zur Qualifikation unter den Jägern ist hoch.

Mit dem erfolgreichen Abschluss der Schulung sind die Teilnehmer nun in der Lage, im Bedarfsfall qualifiziert und rechtlich abgesichert mitzuwirken – ein wichtiger Schritt hin zu einer professionellen Wildtier- und Bestandsregulierung in Bayern.