Vorstellung HG IV – Itzgrund

 

Unsere HG IV liegt im südlichen Zipfel des Landkreises Coburg – entlang des Itztales und begrenzt durch die Höhenzüge Banzer Wald und Eierberge.

 

Bedingt durch diese Topographie hat die HG IV einen sehr hohen Feldanteil. Von insgesamt 6.821 ha Fläche sind nur 1.480 ha und somit knapp 22 % Wald.

Dieser Wald verteilt sich zudem noch hauptsächlich und  überwiegend peripher auf 1/3 der 20 Reviere unserer HG.

 

Von der Revierstruktur gliedert sich die HG IV in 15 Gemeinschaftsjagdreviere und 5 Eigenjagdreviere – Staatsjagdreviere mit Ihren Nachteilen und Vorteilen bereichern unsere HG glücklicherweise nicht.

 

Die Gemeinschaftsjagdreviere sind weit überwiegend in der Hand bodenständiger Pächter die ihren Wohnsitz im Revier oder nur wenige Kilometer davon entfernt haben.

Damit kann schnell auf Probleme wie auftretende Wildschäden reagiert und eine gute kontinuierliche Revierbetreuung sicher gestellt werden.

 

Hauptwildart unserer Reviere ist das Rehwild – hier werden jährlich ca. 320 Stück erlegt was ca. 21 Stück pro 100 ha Wald (Rehwildeinstandsfläche) entspricht. Dieser „forstlich“ bedingte  hohe Abschuss im Zusammenspiel mit einer stark ansteigenden Beunruhigung der Reviere durch Freizeitaktivitäten (Geochacing, Montainbiking, Reiten, Nachtwandern, Hunde) hat  zu einer merklichen Verschlechterung des Rehwildbestandes geführt. Sinkende Wildbretgewichte, Mangel an älteren Böcken und Abnahme der Trophäenqualität sind eine Reaktion auf diesen stark angestiegenen Stresspegel bei unserem Rehwild.

 

Trotz dieser ehr unerfreulichen Situation beim Rehwild bieten unsere Reviere noch eine reizvolle Landschaft mit vielfältigen Strukturen und passablen Niederwildbesätzen. Die Hasenstrecke zeigt mit ca. 350 Stück einen erfreulichen Aufwärtstrend, der Hasenbesatz steigt seit einigen Jahren leicht an. Hierzu hat sicherlich auch eine intensive Raubwildbejagung mit ca. 150 Füchsen und ca. 260 Rabenvögeln jährlich beigetragen.

 

Bereichert durch einen naturierten Itzlauf bietet unsere HG auch für eine Vielzahl der Reviere Jagdmöglichkeit auf Enten – davon werden ca. 120 Stück jährlich erlegt. In den letzten Jahren wird der Anstand bei der Wasserwildjagd immer häufiger durch Bibersichtungen bereichert. Hier hat sich eine stabile, kleine Population an  der Itz etabliert und bietet eine Bereicherung der Fauna unserer Hegegemeinschaft.

 

Das Vielerorts zur Problemwildart gewordene Schwarzwild findet in unserer Hegegemeinschaft keine dauerhaften Einstände. Die Reviere mit Randlage zu den großen Waldgebieten werden jedoch auch bei uns von der Problematik Schwarzwildschäden heimgesucht. Diese bewegen sich aber in einem noch erträglichen Rahmen. Als erfreuliche Kehrseite der zunehmenden Schwarzwildbestände können in den betroffenen Revieren jährlich im Durchschnitt 50 Sauen erlegt werden – hier erfolgt der jagdliche Eingriff vorbildlich zu über 90 % in der Klasse der Frischlinge und Überläufer.

 

Durch die Großprojekte ICE und Autobahn der vergangenen Jahre wurde unsere Hegegemeinschaft glücklicherweise nur in Randbereichen tangiert – dies hat jedoch dort zu einer erheblichen Beeinträchtigung der betroffenen Reviere in Bezug auf Wildunfälle, Bejagbarkeit und Revierwert geführt.

Das Damoklesschwert des drohenden Flughafenneubaues im Herzen der Hegegemeinschaft konnte glücklicherweise abgewehrt werden.

 

Für die Zukunft steht allerdings das Risiko weitläufiger Windkraftanlage für die HG Itzgrund mit den negativen Nebeneffekten massivster Störungen während der Bauzeit in sonst ehr ruhigen/abgelegenen Winkeln der Reviere und den Effekten aus „Windradtourismus“ ins Haus.

 

Obwohl die forstlichen Gutachten für unsere HG in der Regel schlechte Werte ausweisen, hat sich ein naturnaher und stabiler Mischwald etabliert.  Die allgemein geübte behördliche Praxis der Abschußfestsetzung erscheint  vor diesem Hintergrund nicht gerechtfertigt. Jedoch haben die wenigen jagdlichen Mahner in der Wüste vor dem Hintergrund der aus forstlicher / naturschützerischer Seite ideologische begründeten Strategie einer Endlösung der Schalenwildfragen keine Chance Gehör zu finden. Aber hier sind wir deutschlandweit ja in guter Gesellschaft.

 

Mit Sorge sieht man in diesem Zusammenhang auch die Rückkehr des Großraubwildes Luchs und Wolf – hier gab es bereits erste sporadische Sichtungen eines Luchses in den Randbereichen der Hegegemeinschaft.

 

Im Zusammenspiel mit den überhöhten behördlichen Abschußplänen, dem daraus resultierenden immensen Jagddruck und der hohen Störfrequenz durch Freizeitdruck würde das nachhaltige Erscheinen eines dieser Beutegreifer wohl unweigerlich zum Erlöschen der lokalen Rehwildpopulation führen.

 

Leidtragende dieser Entwicklungen sind bereits und werden weiter zukünftig die Gemeinschaften der Grundeigentümer = Jagdgenossenschaften sein. Bei permanent sinkenden Pachtpreisen und sinkender Bereitschaft zur vollen Übernahme von Wildschäden im Jagdpachtvertrag seitens der Pächter erfahren sie ein schleichende Entwertung und zunehmende Belastung ihres Grundeigentums.

 

Trotz alledem lassen sich die Jäger unserer Hegegemeinschaft die Freude an der Jagd nicht nehmen und betreiben diese waidgerecht und verantwortungsbewusst – obwohl der Zeitgeist hier oft eine andere Richtung vorgibt.

 

Zum Abschluss noch ein denkwürdiges Zitat, das wieder mehr Beachtung bei der Jagdausübung finden sollte:

 

Es ist des Jägers Ehrenschild, das er beschützt und hegt sein Wild, waidmännisch jagt wie sich´s gehört, den Schöpfer im Geschöpfe ehrt!